Diese Website verwendet Funktionen, die Ihr Browser nicht unterstützt. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf eine aktuelle Version.

Portfoliomanagement Brücken

Mit strategischer Planung Infrastruktur nachhaltig erhalten

1.800 Brücken - eine gemeinsame Verantwortung

Mehr als 1.800 Brücken verbinden Hamburgs Stadtteile, führen über Straßen, Gleise sowie Gewässer und sind ein unverzichtbarer Teil der städtischen Infrastruktur. Für die Fachleute im LSBG bedeutet das eine große Verantwortung. Sie müssen sicherstellen, dass Bauwerke rechtzeitig erhalten, saniert oder ersetzt werden und dass die vorhandenen Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen für Hamburg entfalten.

Um diese Aufgabe langfristig und gut bewältigen zu können, hat der LSBG ein Portfoliomanagement für seine Brückenbauwerke entwickelt. Ziel ist es, Investitionen, Maßnahmen und personelle Kapazitäten künftig noch besser aufeinander abzustimmen und frühzeitig auf Entwicklungen reagieren zu können.

Portfoliomanagement ist für uns die Grundlage, um unsere Straßen, Brücken und Hochwasserschutzanlagen langfristig zu erhalten. Mit der neuen Übersicht sehen wir auf einen Blick, in welchem Zustand unsere Bauwerke sind, wo Bedarfe entstehen und welche Prioritäten gelten. Zusammen mit unserem neuen Steuerungsprozess wechseln wir so von einer reaktiven zu einer vorausschauenden Instandhaltung: Wir planen Maßnahmen nicht erst, wenn es brennt, sondern starten sie frühzeitig auf Basis der zu erwartenden Zustandsentwicklung und belastbarer Prognosen.

Wenn viele gute Gründe aufeinandertreffen

Die Herausforderungen sind groß: Viele Brücken erreichen im selben Zeitraum ein Alter, in dem Sanierungen oder Erneuerungen notwendig werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Mobilität, Klimaanpassung und Stadtentwicklung.

Die Verantwortlichen stehen dabei selten vor einfachen Entscheidungen. Häufig gibt es mehrere Maßnahmen, die gute Gründe für eine schnelle Umsetzung haben. Gleichzeitig sind Zeit, Personal und finanzielle Mittel begrenzt.

Die zentrale Frage lautet deshalb:

Welche Maßnahmen sollten zuerst umgesetzt werden, damit das gesamte Brückennetz bestmöglich funktioniert?

Den Überblick behalten

Viele Entscheidungen im Brückenmanagement sind komplex. Eine Brücke kann einen schlechteren Zustand aufweisen, während eine andere für das Verkehrsnetz deutlich wichtiger ist.

Deshalb arbeiten beim LSBG im Portfoliomanagement Fachleute aus den Geschäftsbereichen Assetmanagement und Konstruktive Ingenieurbauwerke eng zusammen. Gemeinsam betrachten sie das gesamte Brückennetz und schaffen eine einheitliche Übersicht über Bedarfe und Projekte.

So werden Zusammenhänge sichtbar, die bei der Betrachtung einzelner Maßnahmen oft verborgen bleiben.

Das Portfoliomanagement strukturiert, dokumentiert und visualisiert vorherige Gedankenprozesse. Es bündelt Fachkompetenzen und lenkt den gemeinsamen Fokus auf prioritäre Aufgaben. Dies ermöglicht eine bessere Portfolioplanung und Zusammenarbeit.

Jasmin Deckers, Portfoliomanagerin im Geschäftsbereich Konstruktive Ingenieurbauwerke.

Die richtigen Prioritäten setzen

Die gemeinsame Übersicht bildet die Grundlage für Entscheidungen. Dabei spielen nicht nur der Zustand eines Bauwerks, sondern auch seine Bedeutung für das Verkehrsnetz, Baumaßnahmen im Umfeld, Auswirkungen auf Verkehr und Anwohnende, personelle Kapazitäten, verfügbare Budgets sowie strategische Ziele eine Rolle. Die Priorisierungskriterien wurden gemeinsam mit der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende als Auftraggeber entwickelt sowie festgelegt und sind nachvollziehbar für das gesamte Hamburger Brückennetz.

Mit dem Portfoliomanagement schaffen wir eine Übersicht aller Bedarfe und Projekte der Geschäftsbereiche Assetmanagement und Konstruktive Ingenieurbauwerke. Bislang einzeln geführte Listen sind jetzt überführt in eine Gesamtübersicht. Herzstück des Portfoliomanagements ist die abgestimmte Priorität, egal wo die Bedarfe entstehen. Die Prioritäten werden sachlich und transparent nach festgelegten Kriterien ermittelt. Dies ist eine wichtige Grundlage, um zum Beispiel Mitarbeitenden-Ressourcen gut zu planen.

Hilke Schättiger, Portfoliomanagerin im Geschäftsbereich Assetmanagement.

Heute für kommende Generationen entscheiden

Brücken werden für Jahrzehnte gebaut und genutzt. Entscheidungen, die heute getroffen werden, prägen die Infrastruktur Hamburgs oft über Generationen hinweg.

Künftig soll das Portfoliomanagement nicht nur die Priorisierung einzelner Maßnahmen unterstützen. Geplant ist auch, übergeordnete Entwicklungen wie Extremwetterereignisse, Klimaanpassung sowie Verkehrs- und Stadtentwicklung stärker in die Planung einzubeziehen.

Darüber hinaus sollen Maßnahmen besser gebündelt, Bauzeitfenster frühzeitiger koordiniert und Projekte noch enger aufeinander abgestimmt werden.

Damit schafft das Portfoliomanagement die Grundlage für eine noch vorausschauendere Sicht auf das Hamburger Brückennetz.

Nachhaltigkeit mit Wirkung

Für sichere Brücken in unserer Stadt ...

  • betrachten verschiedene Geschäftsbereiche des LSBG das gesamte Brückennetz und schaffen eine gemeinsame Übersicht über Bedarfe und Projekte.
  • bündelt das Portfoliomanagement Fachkompetenzen und lenkt den gemeinsamen Fokus auf prioritäre Aufgaben.
  • planen die Verantwortlichen zukünftig Extremwetterereignisse, Klimaanpassung sowie Verkehrs- und Stadtentwicklung stärker in die Planung ein.
  • werden Maßnahmen perspektivisch noch besser gebündelt, Bauzeitfenster frühzeitig koordiniert und Projekte noch enger aufeinander abgestimmt .
  • Erhalten statt neu bauen – vorausschauende Erhaltung verlängert die Lebensdauer der Bauwerke, schont Ressourcen und reduziert den ökologischen Fußabdruck.
  • Ressourcenschonung , CO₂-Bilanz, Lebenszyklusbetrachtung und Kreislaufwirtschaftlichkeit sind die wichtigsten Hebel in unserem Nachhaltigkeitsstrategie.



Weitere Beiträge aus dem Geschäftsbericht 2025