Die Schleusen sind dicht und das Wasser ist weg: Im Fleet hinterm Rathaus wird schlammiger Untergrund und einiges an Unrat sichtbar. Der Leerlauf des Gewässers dient zum einen der Aktion „Hamburg räumt auf“. Zum anderen nutzen die Kolleg:innen aus dem Geschäftsbereich Betriebe die Situation, um Bauwerke wie Brücken und Uferwände zu überprüfen.
Einer von ihnen ist Jörn Labes: Der Teamleiter im Erhaltungsmanagement steigt in die Wathose, um sich persönlich ein Bild zu machen. Mit Zollstock und Handschuhen klettert er am Rathaus in den Fleet, um Spundwände zu betrachten, die sonst nur Taucher:innen sehen können.
Der Ingenieur macht sich auf den Weg zur Rathausschleuse.
"Ich möchte mir ein Bild von den Spundwänden machen. Sie sind aus Stahl und befestigen die Ufer der Fleete. Wir haben die Wände zwar bereits von Taucher:innen untersuchen lassen, aber einige Details kann ich besser einschätzen, wenn ich sie persönlich mit dem Zollstock nachgemessen habe."
"Das Wasser steht heute hoch, die Fleete sind noch recht voll. Ich hoffe, dass die Spundwände überhaupt erreichbar sind. Mit der Wathose komme ich hoffentlich ein gutes Stück weiter, wenn ich durchs Wasser muss."
"Die LSBG-Kolleg:innen von der Brückenprüfung sind ebenfalls im Einsatz und sehen sich die Fundamente an. Von der Rathausschleuse kann ich zwar durch das Neuenwallfleet bis ins Bleichenfleet gehen, aber an die Spundwände in den Fleeten, die für mich besonders von Interesse sind, komme ich heute leider nicht heran. Dafür steht das Wasser zu hoch."
Die Menschen im Fleet halten sich deshalb wenn möglich an den Seiten auf.
"Im Fleet liegt einiges an Unrat, unter anderem Elektroroller oder Fahrräder. Aber auch Flaschen und Gläser von Feiernden oder Reste von Junggesellenabschieden finden sich hier. Die Aufräumteams im Fleet schichten besonders die großen Gegenstände auf und kennzeichnen die Stellen dann mit Bojen. Ein Bagger holt dann die gesammelten Gegenstände aus dem Fleet."
"Dank Wathose und Handschuhen ist alles trocken und sauber geblieben. Dennoch: Gründliches Händewaschen ist nach der Arbeit im Fleet unverzichtbar."
Hier waren heute zahlreiche Fachleute unterwegs, sie haben den Leerlauf zum Beispiel für Reinigungsarbeiten an den Brückenpfeilern oder auch für Beobachtungen im Rahmen des Naturschutzes genutzt.
Jede Spur im Fleet erzählt eine Geschichte: von der Stärke des Stahls, von Fugen zwischen Spundwänden, von Steinen im Mauerwerk. Die Prüfungen zeigen, was im Verborgenen geschieht – und was wir tun müssen, um Schäden zu beheben.
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